Abriss der Ortsgeschichte

Großneuhausen hegt in der Ackerebene inmitten des Territoriums des ehemaligen Königreiches der Thüringer. Ob der Ort zu dieser Zeit schon bestandest mehr als fraglich, doch unsere Gegend wurde damals schon bewohnt. Auch Freunde aus germanischer Vorzeit wurde ausgegraben.

In den folgenden Jahren vergrößerten die jeweiligen Herren von Werthern den Besitz durch Zukauf auf etwa 400 ha (siehe Chronik Kluge), Es würde zu weit rühren, alle Käufe zu nennen. Hier nur die wichtigsten:das Trebs'sche Gut die Mühle in Großneuhausen das Pfaffengut den Grassenburger freien Siedelhof mit Baum- und Kirchgarten das Gut der Familie Liese und die östlich und westlich an die Gebäude des Herrenhauses angrenzenden Bauerngehöfte.

In die Käufe eingeschlossen waren viele Zinsen und Naturalabgaben.
Doch zurück zur Dorfgeschichte: Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in den Dörfern, verursacht durch viele Herrschaftshäuser, führten dazu, dass der Bauernkrieg auch auf unsere Gegend übergriff und bei Bad Frankenhausen sein blutiges Ende fand.

Der Bauernkrieg hatte auch schwere finanzielle Folgen für Großneuhausen. Das Dorf musste 330 Gulden Strafe zahlen, obwohl seine Einwohner nicht am Krieg

Von 1626 wird berichtet, dass die Pest in unserem Ort ausbrach und "4 Schock Menschen starben, 4 Schock überlebten, nur 3 Häuser blieben verschont". Das große Sterben wiederholte sich 1682\83. Die Anzahl der Verstorbenen wird hier nicht genannt, aber einige Familien starben wieder aus.

Große Schäden durch Plünderungen brachten die Durchzüge der verschiedenen Heerscharen in den Jahren 1631 - 1640. Im Jahre 1654 legte ein in der Mühlgasse entstandener Brand fast das gesamte Dorf in Asche. In der Mühlgasse entstand 1683 nochmals ein Brand. Das Jahrhundert endete, wie begonnen, mit einem Hochwasser am 29. Juni 1697, wobei wieder Schaden entstand. Einige Nachrichten sind noch zu erwähnen:

1686 kam das Wollespinnen durch eine Hirtentochter in Großneuhausen auf.

1697 wurde die Orgel der Kirche durch den Orgelbauer Krippendorf aus Kölleda repariert. Die Reparatur kostete 101 Gulden.

Das 18. Jahrhundert brachte wieder große Lasten für das Dorf, der "Nordische Krieg" begann.

Am 27. Mai schlug der Blitz in den Herrschaftshof ein. Innerhalb von 3 Stunden wurden 46 Häuser und 40 Scheunen, das waren bis zum Dorfteich fast alle Gehöfte, zerstört. Die Schenke und das Backhaus brannten ebenfalls ab.

In den Jahren 1708 - 1711 wurde das Schloss neu aufgebaut. Im Jahre 1709 wurde eine Justizverwaltung für Großneuhausen und einige weitere Orte hier eingerichtet. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde 1850 wieder aufgehoben und mit dem Justizamt Buttstädt vereinigt. Zu Neujahr 1718 wird die Einwohnerzahl von Großneuhausen mit 535 Personen angegeben.

Im Jahre 1725 verstarb Pfarrer Gottfried Weidler nach 40 Jahren Tätigkeit in Großneuhausen, im gleichen Jahr zog Pfarrer Georg Heitrich hier ein. Am 24. September 1727 wurde dem Zimmermeister Kimmerling aus Schloß Beichlingen der Neubau der Kirche übertragen. Wann die alte Kirche erbaut wurde, ist nicht überliefert. Im März 1728 wurde mit dem Abbruch des Kirchturmes begonnen, am 4. April 1728 die Abschiedspredigt in der Kirche gehalten und am 26. April 1728 der Grundstein für die neue Kirche gelegt. 7. September 1728 waren die Maurerarbeiten abgeschlossen und am 12. September wurde das Richtfest gefeiert. Die Sterne zum Bau wurden auf mächtigen Brücken zu den einzelnen Gerüsten hoch gekarrt.

Danach wurde die Kirche wieder bis zur vollständigen Trocknung geschlossen. Die gesamten Baukosten werden in der Chronik von Kluge mit 4.866 Talern angegeben.

Im Jahre 1732 starb der bisher einzige Sohn des Patronatsherr, Georg von Werthern Dieser Sohn wurde am 26. Juni in der Gruft unter dem Altarraum der Kirche beigesetzt, In den Jahren 1733 und 1738 starben zwei weitere Söhne, die auch in der Gruft beigesetzt wurden. Graf Georg von Werthern selbst starb am 15. Dezember 1768 in Eythra bei Leipzig. Am 22. Dezember wurde er ebenfalls in der Gruft in unserer Kirche beigesetzt. Seine Frau (geb. von Flemming) starb 1784, wahrscheinlich in Dresden, und wurde dort beigesetzt.

Eine weitere Beisetzung in die Gruft erfolgte 1798. Es war die 2. Frau des Grafen Friedemann von Werthern, Constanze geb. Gräfin von Windischgrätz, welche ihre letzten 30 Lebensjahre als Witwe in Großneuhausen verbrachte.

Ein großes Unglück brachte der 10. März 1825. Ein Feuer brach in der Schäferei aus. Die Akten im Archiv Weimar geben den Schaden wie folgt an:75 Wohnhäuser, total verbrannt 27 Wohnhäuser, zu 1/4 bis 3/4 beschädigt 97 Scheunen, total verbrannt 3 Scheunen, beschädigt 94 Ställe, total verbrannt 5 Ställe, beschädigt

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301 = Summe aller Gebäude

Die Schadenssumme wird mit 45.406 Talern angegeben.

Dadurch wurde das Dorf aufgelockert und breite Straßen entstanden. Im folgenden Jahr 1826 waren wieder einige kleinere Brände zu verzeichnen.

Als weiteres, für die Bevölkerung wichtiges Ereignis, ist die Ablösung der Frondienste zu nennen. Im Jahre 1836 kaufte sich die Gemeinde für 5.750 Taler von der Frondienstpflicht frei. Bereits 1825 waren die Baufrone nach Frohndorf für 360 Taler abgelöst wurden. Die Zahlung erfolgt an Ottobald von Werthern, welcher 1840 in den Grafenstand erhoben wurde. Über die Entstehung der Rechte und Pflichten zwischen dem Baron von Werthern und dem Dorf, die Frondienste betreffend, liegt eine ausführliche Darstellung vor. Die jahrhundertelangen unbezahlten Dienstleistungen für das Rittergut hatten nun ein Ende. Am 20. Mai 1841 wurde der Dichter Ferdinand Freiligrath hier in der Kirche getraut. Besonders zu erwähnen ist noch die Einführung des Feldfutterbaus (Klee und Esparsette) in Großneuhausen durch den damaligen Gutspächter Dittmar. Der höhere Futterertrag machte eine Erhöhung des Viehbestandes möglich.

Das Revolutionsjahr 1848 verlief ohne besondere Vorkommnisse. Besonders anzumerken ist die Tätigkeit des Kaufmannes August Pitzel, der für die Aufhebung der alten Feudallasten eintrat. Aus dem Dorf waren in den Jahren um 1840 schon einige Bewohner nach Amerika ausgewandert, die mit den vorhandenen politischen Verhältnissen nicht einverstanden waren.

Das ausgehende 19. Jahrhundert brachte noch einen Krieg mit Frankreich (1870/71). Die Teilnehmer aus unserem Ort sind auf einer Gedenktafel in der Kirche verzeichnet.

Der Krieg verzögerte noch den Neubau einer direkten Straße von Großneuhausen nach Kleinneuhausen. Dieser Bau war durch den Bau von 2 Brücken und die Aufschüttung zur Erhöhung der Straße sehr aufwendig. Die Finanzierung erfolgte durch beide Orte. Für Großneuhausen brachten die nächsten Jahre noch folgende Verbesserungen:1874 Bau der Bahnlinie 1875 Bau der neuen Schule neben der ehemaligen Knabenschule 1893 umfangreiche Malerarbeiten in der Kirche 1897 Einrichung des Kindergartens im ehemaligen Pfaffengut 1906 Bau der Molkerei in der Bahnhofstrasse 1909 Elektroanschluss des Dorfes 1910 Wasserleitungsbau

In dieser Zeit des Aufbaus brach der l. Weltkrieg aus. Mehr als 30 Männer des Dorfes kehrten nicht zurück.

Die Opfer der Dorfes sind auf einem Mahnmal auf dem Friedhof aufgezeichnet. Im April 1945 wurde Großneuhausen von dem Amerikanern besetzt und die alte durch eine neue Dorfverwaltung abgelöst.

Es folgten Straßen- und Gehwegbau, Neu- und Umbau von Wohngebäuden, Bau einer neuen Schule in der Bahnhorstrasse und andere Maßnahmen. Auch an der Kirche wurde einiges getan, z. B. wurde eine Dachreparatur durchführt.